Geschichte

Am 1. September 1955 wurde der heutige Kinder- und Jugendchor Magdeburg von Herr Erich Rudolph gegründet und 1991 an das Hegel-Gymnasium angegliedert, wo die Sängerinnen und Sänger in speziellen Chorklassen unterrichtet werden.

Neben der chorischen Arbeit nehmen sie an einem erweiterten Musikunterricht teil. Hierbei werden Grundlagen für eine gesangliche Ausbildung gelegt und musiktheoretische Kenntnisse vermittelt. Außerdem erhalten sie Unterricht im darstellenden Spiel und Sprecherziehung.

Ein Großteil der Schülerinnen und Schüler nutzt auch die instrumentale und vokale Ausbildung am Konservatorium „Georg Philipp Telemann“ Magdeburg.

Von 1983 bis August 2006 wurde der Chor sehr erfolgreich von Frau Barbara Müller als Chorleiterin, Herr Ingo Hetsch als Choreograph und Sprecherzieher und Frau Ollenhauer als Geschäftsführerin geleitet.

Im September 2006 übernahm Frau Astrid Schubert die Gesamtleitung des Chores. Unterstützt wird sie dabei von Frau Karin Walter als Sprecherzieherin, sowie Frau Dr. Jaqueline Harder als Geschäftsführerin.

Bewährungsproben für das Können der jungen Sängerinnen und Sänger sind die jährlichen Frühjahrs- und Weihnachtskonzerte, mit denen sie das kulturelle Leben unserer Stadt bereichern. Durch zahlreiche Auftritte des „Auswahlchores“ im In- und Ausland und die Teilnahme an Chorfestivals und Wettbewerben wird Magdeburg als Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts würdig vertreten.
Entsprechend den Aufgaben und Möglichkeiten des Chores ist das Repertoire differenziert. Es umfasst Kinder- und Jugendlieder, deutsche und internationale Folklore vom italienischen Wiegenlied bis zum Spiritual, Chorkantaten alter Meister und zeitgenössische Stücke.

„Die Musik geht weiter …“

Als vor fast genau drei Jahren Frau Müller, Frau Ollenhauer und Herr Hetsch in festlichem Rahmen von jeder Chorklasse mit einem kleinen Programmpunkt verabschiedet wurden, das letzte Konzert verklungen war und auch die Schreibtische im Chorleiterzimmer leer standen, wurde mir endgültig bewusst, dass nun der Augenblick gekommen war, von dem viele sagten; man würde „…ein Erbe antreten“.

Was vor mir lag, konnte ich ahnen, denn in den Jahren zuvor hatte ich genügend Gelegenheit, den dreien auf die Finger zu schauen. „Unbeirrbar im Tun sein, unerbittlich…“ – Worte, die mir auf den Weg gegeben wurden und deren Bedeutung ich, fast ein Jahr später, genau verstehe.

Was Frau Müller, Frau Ollenhauer und Herr Hetsch hinterließen, war beinah ein Lebenswerk – ein Chor mit 50jähriger Tradition, weit über die Grenzen hinaus bekannt, ausgezeichnet mit allen wichtigen Preisen der internationalen Chorszene. Dass hinter diesen Erfolgen Traditionen, Konzepte und viel Herzblut stecken, ist nicht anders vorstellbar. Schon aus diesem Grund hat sich zunächst nicht viel im Chorleben der „Sängerlein“ geändert: feste und regelmäßige Probenzeiten (egal ob Hitzefrei, Omas Geburtstag oder Sportfest), Chorfahrten ins Ausland, Frühjahrs- und Weihnachtskonzerte und auch die Einteilung der Chöre mit ihren Auswahlverfahren. Geändert hat sich bisher „nur“ die komplette „Mannschaft“ – die Organisation liegt in den Händen von Frau Dr. Harder, als neue Musikkollegin und Leiterin des Nachfolgechores konnten wir Frau Kuschel gewinnen, die Sprecherziehung übernahm Frau Walter und die Gesamtleitung obliegt nun mir.

Nicht geändert hat sich das Ziel, Kinder zu Chorsängern und Musikliebhabern zu erziehen, die ein hohes Maß an Qualität kennen, und denen der bewusste Umgang mit Musik, auch in der Öffentlichkeit, am Herzen liegt.
Und dass wir auf dem richtigen Weg sind, zeigten bereits die vielen positiven Reaktionen auf die schönen Weihnachtskonzerte.

Den Wegweisern folgen und dabei neue Wege entdecken – auch das heißt „…ein Erbe antreten“.

Übrigens, ganz leer waren die Schreibtische doch nicht – ein Brieflein lag dort mit vielen Worten der Zuversicht, von Frau Müller. Auch dafür bin ich dankbar.

Astrid Schubert
(Chorleiterin)